Wenn nach fast 50 Jahren aktiven Feuerwehrdienstes die Einsatzkleidung zum letzten Mal nach einem Alarm an den Haken gehängt wird, dann endet nicht nur eine außergewöhnlich lange Laufbahn – es endet ein prägender Abschnitt Feuerwehrgeschichte in Horstmar.
Mit Erreichen der Altersgrenze wechselt Jürgen „Stubbi“ Stobinski von der Einsatzabteilung in die Ehrenabteilung der Feuerwehr Horstmar. Seit seinem Eintritt im Jahr 1977 hat er über nahezu fünf Jahrzehnte hinweg die Feuerwehr und insbesondere den Löschzug Horstmar mitgeprägt.

Sein Weg führte ihn vom Gruppenführerlehrgang im Jahr 1989 über den Zugführerlehrgang 2006 bis hin zum Verbandführerlehrgang 2007 am Institut der Feuerwehr NRW. Von 2007 bis 2013 stand er als Löschzugführer an der Spitze des Löschzuges Horstmar und übernahm Verantwortung für Mannschaft, Technik und Einsätze.

Wer Jürgen kennt, weiß, dass er stets klare Worte fand und hohe Ansprüche an sich selbst und andere stellte. Geradlinigkeit, Genauigkeit und Verlässlichkeit zeichneten ihn während seiner gesamten Feuerwehrlaufbahn aus. Seine Erfahrung, sein Fachwissen und sein Blick für das Wesentliche machten ihn zu einem geschätzten Kameraden, einer verlässlichen Führungskraft und einem Einsatzleiter, auf dessen Entscheidungen man sich verlassen konnte.

Mit seinem Wechsel in die Ehrenabteilung verlässt ein besonderer Charakter die aktive Einsatzabteilung als jemand, der über Jahrzehnte Verantwortung übernommen, Herausforderungen angenommen und die Entwicklung des Löschzuges mitgestaltet hat. Die Erfahrung, die Jürgen mitbringt, entsteht nicht in wenigen Jahren, sondern sie wächst aus unzähligen Einsätzen, Übungen, Lehrgängen und Entscheidungen. Entsprechend groß sind die Fußspuren, die er hinterlässt.
Besonders stolz kann er darauf sein, dass sein Engagement auch die nächste Generation erreicht hat. Mit Marion und Michael sind heute auch seine beiden Kinder seit vielen Jahren Teil der Einsatzabteilung und setzen die Verbundenheit der Familie Stobinski zur Feuerwehr fort.

Zu einer solch langen Feuerwehrlaufbahn gehört aber immer auch die Unterstützung im Hintergrund. Deshalb gilt ein besonderer Dank seiner Ehefrau Dorothee. Über Jahrzehnte hat sie die Feuerwehrfamilie Stobinski mitgetragen – bei Einsätzen mitten in der Nacht, an Wochenenden, Feiertagen oder während zahlreicher Veranstaltungen. Und wenn im Hause Stobinski gleich mehrere Meldeempfänger gleichzeitig alarmierten, war sie oftmals diejenige, die im sprichwörtlichen „Boxenstopp-Verfahren“ Schlüssel bereitlegte, Fahrzeuge organisierte und dafür sorgte, dass alles reibungslos lief.

Einen besonderen und würdigen Abschluss seiner aktiven Laufbahn erhielt Jürgen am Samstag, den 13. Juni. An diesem Tag wurde er mit einer eigens für ihn vorbereiteten Abschlussübung aus der Einsatzabteilung verabschiedet. Nach dem Abholen durch den Löschzug an seinem Wohnhaus konnte er noch einmal als Einsatzleiter bei einem realitätsnahen Brandszenario unter Beweis stellen, was ihn über Jahrzehnte ausgezeichnet hat: Ruhe, Erfahrung und ein klarer Blick für die Lage. Im Anschluss an die Übung ließen Kameradinnen und Kameraden den Abend in geselliger und kameradschaftlicher Runde gemeinsam ausklingen. Ein passender Abschluss für eine außergewöhnliche Feuerwehrlaufbahn, die den Löschzug Horstmar über fast fünf Jahrzehnte geprägt hat.

 

Fast 50 Jahre Feuerwehr bedeuten unzählige Stunden im Dienst der Allgemeinheit. Sie bedeuten Verantwortung, Verzicht, Kameradschaft und den Einsatz für Menschen in schwierigen Situationen. Jürgen hat diese Aufgabe mit großem Engagement wahrgenommen und dabei Generationen von Feuerwehrangehörigen geprägt. Seine Kameraden bedanken sich herzlich für seinen außergewöhnlichen Einsatz, seine Zeit, seine Erfahrung und seine Verbundenheit zur Feuerwehr.

Danke, Stubbi – für fast ein halbes Jahrhundert Feuerwehrdienst, für deinen Einsatz für die Menschen in Horstmar und für die Spuren, die du in unserer Feuerwehr hinterlässt.